Vortrag eines Osteopathen am Rande der Vereinshauptversammlung am 24.01.2010 im Kloster Seligenporten.
In der Ausgabe 03/2009 unseres Vereinsmagazins Eitill wurden wir durch einen Artikel von Kirsten Hartbecke bereits in die Osteopathie bei Pferden eingeführt, Indikation und Behandlungstechniken vorgestellt; die Lektüre dieses sehr ausführlichen Artikels wird empfohlen.
Am Rande unserer Jahreshauptversammlung trug der Pferdeosteopath Martin Herrmann nochmals für die zahlreich erschienenen Teilnehmer vor, was man sich unter dieser ganzheitlichen Gesunderhaltungs- und Behandlungsmethode für in Sport und Freizeit eingesetzte Pferde vorstellen kann.

der vollbesetzte Saal
Martin Herrmann war früher Tierarzt mit eigener Praxis, hat sich dann durch eine zweijährige Ausbildung bei der Deutschen Gesellschaft für Pferdephysiotherapie und –osteopathie unter Barbara Welter-Böller zum Pferdeosteopathen qualifiziert und sich entschieden, nurmehr diese Heilmethode durchzuführen und den Tierarztberuf aufzugeben. Er ist in ganz Bayern mobil und kommt auch in unserem Vereinsgebiet zu Pferden, deren Bewegungsapparat – und damit, wie er als Ostheopath betont, deren ganzer Körper – mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Erkennbar sind diese etwa als schlechte Kopf, Schweif- und Halshaltung, unklare Lahmheiten, offensichtliche oder vermutete Rücken- und Gelenkschmerzen, Muskelverspannungen sowie bei Vorhandensein von Wund- und Narbengewebe. In erster Linie wird durch die Arbeit des Ostheopathen die Selbstheilungskraft des Tieres aktiviert. Doch auch nach Ursachen und Folgen, deren Abwendung in der Macht des Reiters oder Eigentümers steht, wird gesucht und gemeinsam eine mögliche individuelle Therapieform ermittelt. Hierbei kann das manuelle Lösen einer Gelenkblockade ebenso ein Schritt zur Heilung sein wie die Entscheidung für einen anderen Beschlag, einen anderen Sattel, ein Trainingsprogramm oder eine Reitpause. Auch ein vorbeugender Checkup mit Ganganalyse ist möglich und sogar anzuraten. Für das Gelingen einer ostheopathischen Behandlung, so Herrmann, sollte immer eine anschließende Ruhepause von 48 Stunden eingeplant werden. Eine erste Untersuchung sollte pro Pferd mindestens 1,5 Stunden dauern und sowohl im Stand als auch in Bewegung durchgeführt werden – Vorführen in Schritt und Trab, Longieren mit und ohne Sattel sowie Beobachtung des Sattelvorganges gehören zum Standart, im Stand werden alle Wirbel der Tiere abgetastet und auf freie Beweglichkeit untersucht. „Immer wird das ganze Pferd, werden alle Gelenke in allen von der Natur vorgegebenen Richtungen bewegt und untersucht“ benennt Herrmann ein Qualitätsminimum; eine weniger intensive Untersuchung, so warnt er, ist als unseriös zu betrachten. Nach Beendigung seines Vortrages stand Herrmann für Fragen bereit. Die Antwort auf die Erste, vielleicht für alle Wichtige, nämlich die nach den Kosten, soll auch hier nochmals gegeben werden: Eine analysierende Erstbehandlung kostet bei Martin Herrmann 140 € plus MWST, für die Anfahrt werden – egal wie weit sie war – pro Pferd 30 € berechnet. Zumeist sind pro Pferd nur 1 – 2 Nachbehandlungen nötig, diese kosten je 40 € plus wiederum 30 € Anfahrstkosten. Martin Herrmann ist in Frettenried 2, 82547 Beuerberg erreichbar unter pferdepraxis@email.de oder Tel. 08179/8369.

Martin Herrmann im anschließenden Gespräch mit einer Zuhörerin
In der nächsten Eitill – Ausgabe werden Vereinsmitglieder über ihre Erfahrungen mit dieser und anderen alternativen Behandlungsmethoden berichten. |